So funktioniert die Pulsmessung der TomTom Cardio Laufuhr

In diesem Beitrag aus meiner Artikelserie zur TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr mit GPS erkläre ich kurz, wie die Pulsmessung mit der Uhr funktioniert. Zumindest soweit ich das verstanden habe und wieder geben kann. Die Pulsmessung bei der TomTom Laufuhr erfolgt mit High-Tech.

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Disclaimer

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Im Juni 2014 hatte ich mich darum beworben, Brooks Messenger of Run Happy zu werden. Seit August 2014 ist es nun so weit: Im Rahmen dieses Programmes bekommen alle ausgewählten Blogger Produkte von Brooks kostenlos zugeschickt, die sie bzw. wir auf Herz und Nieren testen. Über meine Testergebnisse berichte ich hier in meinem Blog – natürlich vollkommen unverfälscht. Diese Produkte muss ich nicht zurück schicken. In unregelmäßigen Abständen werden wir außer dem zu Events von Brooks eingeladen, die wir gleichzeitig als Treffen der #runhappy-BloggerInnen nutzen. Dennoch spiegeln diese Beiträge meine eigene persönliche Meinung wider und nicht die von Brooks oder anderen Partnern des Run Happy-Programms. Das Bloggerprogramm wurde im Oktober 2016 in dieser Form eingestellt.

TomTom hat sich (scheinbar) die Lizenz gesichert, die Mio Alpha Pulsmessseinheit zu benutzen. Da muss ich an dieser Stelle einfach mal die Frage in den Raum werfen: Was hat TomTom eigentlich mit der Multi-Sport Cardio Laufuhr zu tun, ausser sie zu verkaufen? Achso: Die „normale“ Mio Alpha für rund 170 € kann nur Puls, ohne GPS. Dafür kann sie sich aber über Bluetooth mit einem Smartphone koppeln und die Herzfrequenz-Daten für Apps wie z.B. RunKeeper, Strava, Runtastic, endomondo und weitere liefern.

Nichts desto trotz, die Methode der Pulsmessung ist echt abgefahren: mit den LEDs auf der Unterseite wird die Haut durchleuchtet. Der Sensor kann dann erkennen, wie sich unter der Haut die Lichtdurchlässigkeit aufgrund des Blutstromes verändert. Das wird dann als Puls gemessen. Der Sensor sollte sich dabei direkt über einer Vene befinden. Wenn man die Uhr „lesen“ will, ist er das aber automatisch. Es reicht aus, wenn er Hautkontakt hat und fest – das heißt ohne sich großartig hin- und her zu bewegen – sitzt. Verrückt, oder?

Dank dieser neuartigen Pulsmessmethode kommt die TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr ganz ohne Brustgurt aus. Ich finde das super. Denn wenn mich eines beim Laufen immer irgendwie genervt hat, dann ist es der Brustgurt. Entweder klemmt und ziept er irgendwo, oder er rutscht runter bis auf Bauchnabelhöhe, oder er misst keinen Puls weil er keinen richtigen Kontakt hat, oder, oder, oder. Das ist damit vorbei. Wobei es letzteres natürlich auch mit der Uhr gibt – nur eben am Arm statt an der Brust.

Wie exakt misst die TomTom Cardio Pulsuhr den Puls?

Ich war anfangs skeptisch, ob das überhaupt sauber funktioniert und nicht wieder so ein künstlich gehypter Hokus-Pokus ist. Ob die gemessenen Werte allerdings korrekt sind, kann ich nicht sagen. Hierfür bräuchte ich professionelles kardiologisches Gerät, dass seinerseits wirklich genau misst.

Ich habe mich daher für eine einfachere Prüfung entschieden: Ich trug meinen Forerunner 310 XT und die TomTom Multi-Sport Cardio parallel, also zeitgleich. Über mehrere Läufe hinweg habe ich so die Pulsdaten verglichen und muss sagen: die Daten vom FR und von der TomTom sind sich sehr sehr ähnlich. Beide haben hier und da – an unterschiedlichen Stellen – Ausreißer nach oben oder unten. Das kann aber alle möglichen Ursachen haben. Ansonsten liegen sie weitestgehend gleich. Vielleicht misst mal der eine Pulsmesser einen oder zwei Schläge mehr pro Minute, oder der andere misst ein paar Schläge weniger. Aber im Großen und Ganzen liegen beide Messungen immer sehr dicht beieinander. Der Durchschnittspuls zum Beispiel war immer bei beiden gleich. Ich habe einen Beitrag über die Auswertung des Pulsvergleich zwischen Forerunner und TomTom geschrieben.

Auf das richtige Tragen kommt es an

TomTom Tom Multi-Sport Cardio: Richtig tragen für Pulsmessung
Die TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr muss man ein wenig weiter oben am Arm tragen, als eine herkömmliche Uhr. So kann der Puls korrekt gemessen werden.

Als ich mir die Uhr das erste mal umgebunden habe, ist mir sofort aufgefallen, dass sie deutlich kompakter als der Forerunner 310 XT ist. Die TomTom-Laufuhr ist lange nicht so klobig wie der FR und daher angenehmer zu tragen. Ungewohnt ist jedoch, dass die Uhr verhältnismäßig „weit oben“ am Arm sitzt. In der Bedienungsanleitung steht geschrieben, dass die Uhr hinter dem Handgelenksknochen getragen werden soll. Denn die Uhr braucht ausreichenden Hautkontakt, um den Puls messen zu können. Anfangs lief ich ein paar mal als Zombie ohne Puls durch die Gegend, weil ich die Uhr nicht richtig am Handgelenk hatte. Ich habe aber schnell gelernt, wie die Uhr am besten an meinem Handgelenk positioniert ist.

Ab und an kommt es aber trotzdem vor, dass die Uhr einen utopischen und völlig unverhältnismäßigen Puls anzeigt. Da hat es bei mir manchmal gereicht, die Uhr einfach ein paar Minuten weiter laufen zu lassen. Angeblich erzielt sie die besten Werte, wenn man „aufgewärmt“ ist, das würde ich so unterschreiben. Und falls das doch nicht half, dann habe ich sie einmal komplett ab genommen und an leicht veränderter Position wieder an geschnallt.

Externe Pulsmessung möglich

In manchen Situationen ist es trotzdem sinnvoll, den Puls über einen Brustgurt messen zu lassen. Beim Fahrradfahren zum Beispiel. So kannst du mit der mitgelieferten Fahrradhalterung die Uhr am Lenker montieren und trotzdem deinen Puls messen.

Der originale Pulsmesser von TomTom ist mit knapp 70,- € aber ziemlich teuer. Es gibt jedoch andere mit der TomTom Multi-Sport kompatible Herzfrequenzmesser. Ich habe auch gelesen, dass die TomTom Uhr den Garmin-Herzfrequenzmesser erkennt, hier aber falsche Werte wieder gibt. Das habe ich aber nicht getestet.

Fazit

Die Technologie der Mio Alpha Laufuhr erlaubt es, dass du während des Trainings den Puls ohne Brustgurt messen kannst. Für mich als Läufer ist das ziemlich Supergeil. Endlich kann ich auf diesen Brustgurt verzichten und muss mich während des Laufens damit nicht mehr herum ärgern. Die gemessenen Werte sind bisher immer plausibel und die Messgenauigkeit ist nicht schlechter, als mit einem Brustgurt. Ich kann aber auch nicht feststellen, dass die Werte besser sind, als mit einem Brustgurt.

Die Pulsmessung findet „von Hause aus“ über den eingebauten Sensor an der Hand bzw. am Arm statt. Damit gestaltet es sich schwierig, die TomTom Multi-Sport Cardio oder TomTom Runner Cardio beim Radfahren mit der Fahrradhalterung zu benutzen. Genau so habe ich nichts davon, wenn die Uhr bzw. das Display unter langärmeliger Laufbekleidung wie einem Langarmshirt oder einer Laufjacke verschwindet. Wenn dir die bloße Datenaufzeichnung reicht, dann ist das kein Problem.

Ich möchte aber beim Training zwischendurch immer einen aktuellen Stand haben. Und den kann ich in diesen beiden Fällen nicht bekommen – es sei denn ich legte mir den externen Pulsmessgurt zu. Das ist meiner Meinung nach extremst widersinnig, denn der größte Vorteil der TomTom Laufuhr – das Puls messen ohne Brustgurt – wäre damit zu nichte gemacht. Abgesehen davon kostet der „originale“ Brustgurt von TomTom unverfrorene 70 (in Worten: siebzig!) Euro. Das ist noch mal schlappe 20 Euro teurer, als der Brustgurt von Garmin. Und der ist schon 30 Euro teurer, als das Pendant von Polar.

Wie findest du die Pulsmessung mit der TomTom Cardio Laufuhr? Funktioniert sie bei dir einwandfrei? Hast du eine Frage hierzu? Dann schreib mir einen Kommentar!

Alle Testberichte zur TomTom Multi-Sport Cardio GPS Laufuhr

  1. Überblick / Einleitungalle Vor- und Nachteile auf einen Blick
  2. Schick und simpel: Design und Bedienungskonzept
  3. So funktioniert die Pulsmessung der TomTom Cardio Laufuhr
  4. Mehr Übersicht dank Reduktion aufs Wesentliche
  5. Ziemlich enttäuschend: Die Akkulaufzeit der TomTom Multi-Sport Cardio
  6. Trainingsdaten kabellos hochladen und verteilen

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