Da habe ich also den Salat! Mein Beinahe-Sturz beim Hugenottenlauf hat doch eine ernsthaftere Verletzung nach sich gezogen, als ich gehofft habe. Ärgerlich, aber da muss ich dann jetzt wohl oder übel durch.

Am Mittwoch war ich eigentlich wegen einer ganz anderen Sache bei meinem Hausarzt. Und als ich da so im Zimmer saß, fragte ich ganz unschuldig, ob ich für meinen Daumen nicht eine Bandage bekommen könnte. Denn immer wenn ich den bewegte, tat er doch ein wenig weh – das würde ich gern vermeiden. Die Antwort fand ich nicht so gut: So einfach kommen Sie mir nicht davon. Das muss sich mal ein Facharzt anschauen, nicht dass da etwas ernsthaft kaputt gegangen ist und sie sich dann in ein paar Jahren mit einem schiefen Daumen oder gar einer Arthrose rumärgern müssen.

Na toll, das wird wieder so ein Ärtze-Tag, dachte ich mir. Und so kam es dann auch. Glücklicherweise hatte ich direkt eine Überweisung zum Röntgen. So konnte ich das direkt im Anschluss erledigen und musste nicht zwei mal beim Facharzt sitzen und warten. Denn ohne Termin ist das ja immer so eine Sache.

Mit meinen Röntgenbildern ging ich dann zuerst zum Orthopäden. Die waren nur mäßig begeistert, dass ein weiterer Patient kam – es saßen ja erst zehn im Wartezimmer. Haben Sie einen Termin? Nein, natürlich nicht. Ich hab doch nicht geplant mir den Daumen kaputt zu machen. Nachdem die Sprechstundenhilfe am Empfang kurz das Röntgen in Augenschnein nahm, wurde ich wieder weg geschickt. Damit gehen Sie besser gleich in die Chirurgie.

Gesagt, getan. Zum Glück war alles nah beieinander, so dass ich nicht noch großartig Wegzeiten dazwischen hatte. Ich musste beim Chirurgen auch gar nicht lange warten und kam recht schnell dran. Auch er schaute sich die Röntgenbilder an und stellte daraufhin die Diagnose.

Knöcherner Abriss am Daumengrundgelenk.

Röntgenbild rechte Hand, Daumen
Mein Röntgenbild des rechten Daumens zeigt deutlich einen kleinen knöchernen Abriss am Daumengrundgelenk.

Im Grunde so eine Art Kapselriss, eben nur nicht ganz. Als Therapie gibt es dabei zwei Möglichkeiten: Ruhig stellen und abwarten, wie sich das Knochenstück adaptiert (das heißt: wieder an wächst), oder gleich operieren. Dafür empfiehlt er aber einen Spezialisten der Handchirurgie. Ich entschied mich vorerst für das ruhig stellen – das bezeichnete er als konservative Therapie. Operieren kann man später immer noch, wenn es denn sein muss.

Da ich alt genug bin, kam ich um einen Gips herum. Kindern verpasst der Chirurg lieber einen Gipsverband – das ist stabiler und hält mehr aus. Die achten da ja angeblich nicht sehr darauf, die Hand nicht zu belasten. Ich darf statt dessen eine Bandage tragen. Die kann man wenigstens auch mal ab nehmen, zum Duschen z.B. Ich trage die mindestens für vier bis sechs Wochen. Und dann schau’n mer mal. Am nächsten Montag habe ich noch einmal ein Kontroll-Röntgen um fest zustellen, ob das auch vernünftig wieder zusammen wächst.

Die bequemere Alternative zum Gips: Eine Bandage für das Handgelenk mit Daumenstütze.
Die bequemere Alternative zum Gips: Eine Bandage für das Handgelenk mit Daumenstütze.

Sport kann ich mit der Bandage soweit ganz normal machen. Das Laufen sollte es nicht beeinträchtigen. Nur im Fitnessstudio muss ich eben sehen, wie es geht. Ich soll das Daumengelenk nicht beanspruchen. Das geht mit der Bandage auch nicht wirklich.

Ich finde es schon faszinierend, wofür man so einen Daumen im täglichen Leben alles braucht. Das meiste ist nicht ganz einfach, wenn man nicht richtig zugreifen kann. Da ist Tippen noch das geringste Übel. In den kommenden Wochen werde ich also notgedrungen zum Linkshänder umschulen :-)

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