In diesem Beitrag meiner Artikelserie gehe ich der Frage nach: Wie lange hält der Akku der TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr? Angeblich Akku soll er „bis zu“ zehn Stunden halten. Die zehn Stunden habe ich zumindest an Trainingsumfang bisher nicht reproduzieren können. Bei mir waren es bisher eher vier bis sechs (Trainings-) Stunden. Diese erreiche ich für gewöhnlich im Verlauf von zehn Tagen, dann ist Schluss und die Uhr muss an die Ladestation.

Im Handbuch steht dazu

Bei voll aufgeladenem Akku kann die Uhr für bis zu 10 Stunden Aktivitäten mit GPS-Empfang, wie Laufen und Radfahren, verwendet werden. Der Akku wird schneller entleert, wenn Sie die Hintergrundbeleuchtung Ihrer Uhr häufig oder durchgängig verwenden oder die Uhr mit Sensoren wie dem Herzfrequenzmesser oder dem Kadenzmesser verbinden.

Als Spartipp ist angegeben, man solle doch die Geräte abschalten und die Beleuchtung auch. Habe ich gemacht – hält trotzdem nicht länger. Ich glaube die 10 Stunden kann man auch nur erreichen, wenn die Uhr frisch aufgeladen ist und sofort für 10 Stunden non-stop Training benutzt wird. Denn eines muss ich dazu erwähnen: Die Uhr hat keinen „Aus“-Knopf. Sie ist im Dauerbetrieb und zeigt mindestens die Uhrzeit an. Dazu prüft sie in Intervallen, ob Bluetooth-Geräte oder Herzfrequenz- bzw. Kadenzmesser verfügbar sind. Das kann man aber unterbinden, indem man sie in den „Flugmodus“ schickt. Ich finde sehr schade, dass man die Uhr nicht abschalten kann.

Akku leer
Wenn bei der TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr der Saft ausgeht, dann ist dies das einzige, was sie noch von sich gibt. Warnhinweise gibt es nicht.

Die Uhr kann den Akkustand auch nur in drei – na gut, mit viel Fantasie in drei-einhalb – Stati angeben: voll, halb voll, leer und aus. Update am 28.10.2014: Mit dem Firmware Update auf 1.8.25 hat TomTom hier nachgerüstet: Die Akkustandsanzeige hat jetzt sieben oder acht verschiedene „Füllstände“. Diese sind jeweils ein oder zwei Pixel breit und werden nach wie vor unten rechts im Display (beim Training) angezeigt. So kann ich zumindest etwas besser einschätzen, ob ich mit dem Akku noch 2 Stunden laufen kann oder nicht. Wenn die TomTom Multi-Sport gar keinen Saft mehr hat, dann zeigt sie noch eine durchgestrichene Batterie an. Manchmal schafft sie es aber nicht ganz so weit und bleibt dann auf einer bestimmten Uhrzeit stehen.

Die Akkuleistung habe ich versucht einmal nach zu vollziehen und mir notiert, wann ich den Akku aufgeladen habe. Ich habe es mit einer Ladung auf 6,8 Trainingsstunden gebracht – davon waren 40 Minuten (0,6 Stunden) auf dem Laufband ohne GPS. Um Strom zu sparen, habe ich die Uhr immer im Flugmodus betrieben, also wenn ich nicht gerade im Training war. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich in diesem Zeitraum die Trainingsdaten immer mit Bluetooth auf mein Smartphone übertragen habe.

In einer zweiten Versuchswelle habe ich die Trainings ausschließlich mit dem USB-Kabel auf meinen Rechner übertragen. Die Uhr habe ich nur für den Übertragungsprozess angeschlossen und danach sofort wieder abgenommen. Denn bei der USB-Verbindung wird die Uhr automatisch geladen und ich wollte ja nicht, dass die Versuchsreihe verfälscht wird weil der Akku zwischendurch zu weit auflädt. Auch hier habe ich die TomTom Laufuhr immer im Flugmodus betrieben, wenn ich sie nicht benutzt habe. Dabei hat der Akku für 4,6 Trainingsstunden – davon alle mit GPS – gehalten.

TomTom Multi-Sport Cardio: Armband, Einheit, Fahrradhalterung, USB-Kabel
Diese vier Teile sind standardmäßig im Lieferumfang der TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr enthalten: Fahrradhalterung, Uhr, USB-Kabel und Armband.

Das kam mir viel zu wenig vor. Ich vermutete es liegt daran, dass ich die Uhr dazwischen eine Woche lang nicht benutzt hatte. Das knabbert nämlich auch an ihrer Energie, denn sie lässt sich ja nicht richtig abschalten. Daher habe ich die Versuchsreihe unter den gleichen Bedingungen wiederholt. Auch hier habe ich nicht ganz in meinem „normalen“ Rhythmus trainiert. Der Akku hat in der zweiten Versuchsreihe jedoch auch nur 6 Stunden und 40 Minuten gehalten (6,67 Stunden). Das ist wieder weniger, als bei der Bluetooth-Übertragung – und das wundert mich doch sehr.

Ich denke, dass die Zeit zwischen den Trainings ziemlich entscheidend für die gesamte Akkulaufzeit ist. Oder baut der Akku innerhalb eines oder zwei Monate so sehr ab, dass er trotz kurzer „Schockladungen“ zwischendurch 10 Minuten weniger durch hält? Das wäre ja richtig schlimm!

Ich habe auch einmal in der #runhappy Selbsthilfe-Gruppe rum gefragt, wie lange der Akku denn bei den anderen Testern so hält. Und keiner von ihnen kam auf wesentlich mehr als sechs Stunden Trainingszeit.

Fazit

Disclaimer

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Im Juni 2014 hatte ich mich darum beworben, Brooks Messenger of Run Happy zu werden. Seit August 2014 ist es nun so weit: Im Rahmen dieses Programmes bekommen alle ausgewählten Blogger Produkte von Brooks kostenlos zugeschickt, die sie bzw. wir auf Herz und Nieren testen. Über meine Testergebnisse berichte ich hier in meinem Blog – natürlich vollkommen unverfälscht. Diese Produkte muss ich nicht zurück schicken. In unregelmäßigen Abständen werden wir außer dem zu Events von Brooks eingeladen, die wir gleichzeitig als Treffen der #runhappy-BloggerInnen nutzen. Dennoch spiegeln diese Beiträge meine eigene persönliche Meinung wider und nicht die von Brooks oder anderen Partnern des Run Happy-Programms. Das Bloggerprogramm wurde im Oktober 2016 in dieser Form eingestellt.

Traurig, aber leider wahr: Der Akku hält bei weitem nicht, was versprochen wird. Ich kann mir nicht richtig zusammen reimen, wie die 10 Betriebsstunden gemessen wurden. Wie so oft geschah dies entweder unter Laborbedingungen oder es ist ein rein rechnerischer Wert.

In der Praxis sind die 10 Stunden aber kaum reproduzierbar. Die einzige Methode, wie ich mir vorstellen kann auf die 10 Stunden zu kommen ist: sofort nach dem vollen Aufladen der TomTom Multi-Sport Cardio mit einem 10-stündigen Training beginnen. Und das ist ziemlich unrealistisch.

Das große Manko dabei ist aus meiner Sicht, dass man die Uhr nicht richtig abschalten kann. Zwar gibt es ein paar Möglichkeiten, um den Akku zu schonen (Flugmodus, Licht ausschalten, Suche nach externen Sensoren deaktivieren), aber so viel bringt das meiner Meinung nach nicht. Ich will nicht wissen, wie lange der Akku der Uhr halten würde, wenn ich das alles angeschaltet ließe.

Ich halte es zudem nicht für wirklich sinnvoll, die Uhr jedes mal mit Hilfe des USB-Kabels zu synchronisieren. Zwar braucht die Übertragung der Trainingsdaten mit Bluetooth theoretisch mehr Strom. Andererseits fände ich das auch ziemlich widersinnig auf diesem Weg die Daten zu übertragen. Denn ein in meinen Augen großer Vorteil der Uhr ist auch, dass die Trainingsdaten kabellos und rechnerlos direkt in die diversen Online-Dienste verteilt werden können. Ich bezweifle zudem, dass die kurzen Ladevorgänge während der Datenübertragung nicht gerade die Lebensdauer des Akkus verlängern.

Ich mag die TomTom Multi-Sport Cardio Laufuhr mittlerweile sehr gern. Sie ist klein, handlich, kompakt und vor allen Dingen: Sie hat keinen Brustgurt. Dass ich sie alle eineinhalb Wochen aufladen muss, daran werde ich mich sicher gewöhnen. Ich werde in Zukunft bestimmt auch besser abschätzen können, wann ich den Akku lieber auflade, bevor mich die Uhr beim Lauf aufgrund von Energieschwäche im Stich lässt.

Was mir weiterhin Kopfzerbrechen bereitet, ist die Nützlichkeit auf Reisen. Wenn ich mehrere unterwegs oder gar im Urlaub bin, nehme ich gern meine Laufsachen mit. Nur wie soll ich im Zweifel die Uhr aufladen können? Sie braucht ja USB! Einen Steckdosen-Adapter habe ich bisher nicht gefunden. Hast du eine Idee, wie ich die Uhr unterwegs ohne Laptop aufladen kann?

Alle Testberichte zur TomTom Multi-Sport Cardio GPS Laufuhr

  1. Überblick / Einleitungalle Vor- und Nachteile auf einen Blick
  2. Schick und simpel: Design und Bedienungskonzept
  3. So funktioniert die Pulsmessung der TomTom Cardio Laufuhr
  4. Mehr Übersicht dank Reduktion aufs Wesentliche
  5. Ziemlich enttäuschend: Die Akkulaufzeit der TomTom Multi-Sport Cardio
  6. Trainingsdaten kabellos hochladen und verteilen

11 Kommentare

  1. ich jutze die Uhr auch eher zum laufen – allerdings laufe ich eben auch keine 40 km ;-). Dafür würde ich schon ein sehr gut vergeben.
    Aber: aktuell habe ich eine MTB-Tour mit der Uhr gemacht und nach 5,5 war schon wieder unvermittelt Schluss. battery empty. Den Rückweg habe ich „ohne“ gemacht. Isofern ist Batterielaufleistung abolut differnt zur Herstellerangabe und für mich nicht akzeptabel… Kann also das Testergebnis nur bestätigen…

  2. Ich benütze die Uhr bei Radtagestouren, konnte aber eine ganze Tour bis und mit heute nie aufzeichnen da der Akku sich nach 6 Std. verabschiedet.
    Die verschiedenen Zusatz Infos wie Herzfrequenz – Messung und oder aber Beleuchtung sind ausgeschalten d.h, diese Verbraucher die gemäss Angaben aus dem Hause TomTom Akku Fresser sein sollen sind schlicht und einfach aus der Luft gegriffen und eine magere Argumentation, pasta!
    Fazit: Uhr unbrauchbar!!!

    1. Ich würde nicht direkt den Stempel „unbrauchbar“ drauf drücken – es kommt auf den Einsatzzweck an. Für Einsteiger ist die Uhr sicher nicht schlecht (aber verhältnismäßig teuer). Für ambitioniertere LäuferInnen ist sie aber einfach zu simpel.

      Und ja, die Diskrepanz zwischen „maximale Laufzeit“ und der tatsächlichen Lebensdauer einer Akkuladung ist einfach viel zu groß.

  3. Das Akku-Problem ist für mich einer der größten nachteile. Dein Test gibt meine eigene Erfahrung von 18 Monaten Nutzung gut wieder. Das Laden per USB Ladteil funktioniert wiederholt problemlos.

  4. Du kannst das USB Kabel an jedes USB Ladeteil hängen. iPhone, Blackberry,Fotoapparat egal…
    Ich verbinde das Gerät ständig mit meinem Rechner, weil ich nur so die .tcx files ohne weitere Umwege auf meinen Rechner bekomme. Und diese brauche ich für den Import in runalyze

      1. Das macht der Uhr nichts, denn es wird nur die 5V Spannung aus der genormten USB Spannungsversorgung verwendet. Es ist also egal ob Handy, Festplatte, USB-Stick oder halt auch die TomTom werden mit einer 5V Spannung betrieben / geladen.

        Aber ich habe auch selbige Erfahrung gemacht. Ich bin „Anfänger“ und damit normal nicht ewig unterwegs. Ich verwende sie fürs Badminton Training (HF über 3 Stunden) und im Normalfall für kleinere Jogging einheiten ~5km / Radeinheiten ~10km.

        Für das Laufen ist die Uhr TOP und hält. Für kleinere Radeinheiten ebenfalls. Aber sobald man 3 Stunden (Badminton Training) erreicht … kommt das Akkuzeichen.

        Besonders ärgerlich war eine längere Radtour (29km mit 1200 Höhenmetern) war es nach 3 Stunden zappenduster. Weil man aber sowas eben nicht so oft macht (als Anfänger) und man besonders „stolz“ auf seine Leistung ist – war ich wirklich seeeeehr enttäuscht.

        Da half nur, USB Charger in den Rucksack -> Ladekabel an die Uhr -> tracken lassen. Was aber dennoch zu Unterbrechungen auf der Strecke führt. Ich hätte mir gerne mehr erhofft.

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