Knastmarathon Darmstadt: meine skurrile Marathon-Herausforderung

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Mit dem Darmstädter Knastmarathon habe ich mir für mein erstes Doppel-Marathonjahr seit 2010 gleich was ganz besonderes ausgesucht. In weniger als drei Wochen ist es bereits so weit. Wenn ich schon einen zweiten Marathon laufe, dann wollte ich wenigstens irgend etwas nicht-alltägliches, etwas verrücktes machen.

Ja, du hast richtig gelesen: Knastmarathon. Ich gehe in den Knast – auch wenn es nur für etwa einen halben Tag ist. Aber wie kam es überhaupt dazu?

Schon kurz nachdem ich mich für den ersten Marathon verpflichtet habe, hatte ich davon Wind bekommen: Einen Marathon im Gefängnis laufen. Ziemlich skurrile Sache, dachte ich damals, denke ich immer noch! Nach mehreren erfolgreichen Marathons in Frankfurt habe ich mehr oder weniger immer mal wieder halbherzig versucht, mich dort anzumelden. Jedes mal, wenn mir der Knastmarathon wieder einfiel, war es bereits zu spät: Alle Teilnehmerplätze waren vergeben.

City-Marathons sind ja doch irgendwie langweilig

Nachdem ich im vergangenen Herbst mein Mittelfrist-Ziel von einem Sub-3:30 Marathon erreicht hatte, habe ich eine Weile überelegt, welche Herausforderung ich als nächstes angehen soll. So richtig scharf auf einen noch schnelleren Marathon mit der nächsten Bestzeit bin ich nicht wirklich. Ich brauche das nicht für mein Ego.

Ein Marathon an sich ist für mich nun auch keine großartige körperliche Herausforderung mehr, was ich ja mit dem Zieleinlauf bei meinem ersten Ultra-Marathon in Rodgau Anfang diesen Jahres nachträglich belegte. Hier kam ich relativ locker über die 50 Kilometer, ohne großartig vorher stundenlange Dauerläufe bei Wind und Wetter einzuplanen.

Marathons in der Stadt sind ja doch alle irgendwie gleich. Deshalb zur Abwechslung mal ein Knastmarathon. Foto © Tomás Ortiz Fernandez, mit freundlicher Genehmigung.
Marathons in der Stadt sind ja doch alle irgendwie gleich. Deshalb zur Abwechslung mal ein Knastmarathon.

Foto © Tomás Ortiz Fernandez, mit freundlicher Genehmigung.

Ganz im Gegenteil: Wenn ich mir die zwölf Wochen vor dem Rodgau-50-Lauf in meiner Runalyze-Auswertung anschaue, kann ich eigentlich nur den Kopf schütteln. Gerade mal 404 Laufkilometer in 37 Stunden, im November Regeneration und „Erholung“ vom Frankfurt Marathon, Ende Dezember zwei Wochen Urlaubspause, kein wirkliches Intervall- oder Tempotraining – und trotzdem 5 h 06 min. Ich könnte das ja mit Talent begründen, aber im Vergleich zu anderen bin ich hier wohl auch nur spärlich bedacht.

Eine andere Herausforderung musste also her. Die Ultra-Distanzen sind mir noch ein wenig zu viel und auch ein Triathlon kommt für mich im Moment noch nicht in Frage. Schwimmen ist nicht so mein Ding. Ich will mein Trainingsumfang von derzeit etwa sechs Laufstunden pro Woche nicht großartig steigern (müssen).

Statt Ultra- lieber Knastmarathon

Da kam mir dieser skurrile Marathon wieder ins Gedächtnis: Die 42,195 Kilometer im Innenhof eines Gefängnisses zu absolvieren. Wenn der Körper nicht so leicht zu strapazieren ist, dann muss eben der Kopf ran, so mein Gedanke. Schnell gecheckt: und siehe da, die Anmeldung war noch nicht mal frei geschaltet. Ich habe mir den Termin notiert und pünktlich am ersten Anmeldetag um 7 Uhr morgens eingeschrieben. Denn für den Darmstädter Knastmarathon gibt es ja nur rund 180 Startplätze.

Am 22. Mai ist es dann soweit: Die 42,195 Kilometer werden im Innenhof der JVA Darmstadt absolviert – auf einem 1,7 km langen Rundkurs. 24 Runden lange Kopfschinderei. Ich bin gespannt wie das wird!

Nachtrag: Der Bericht

Der Bericht zum Ablauf, der Stimmung und wie es mir beim Darmstädter Knastmarathon ergangen ist, ist online!

Bildnachweis: Berlin prison von Thomas Quine via flickr. Übernommen ohne Änderungen, lizensiert unter Creative Commons BY-2.0

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