Nach jedem Marathon folgt konsequenter Weise Regeneration. Ein kurzes Entspannen, Durchatmen und das Training einfach mal locker lassen. Manch einer verfällt sogar in eine Art Depression, auch Post-Marathon-Blues genannt. Bei mir hat es zum Glück nur eine Woche gedauert, bis ich wieder „in der Spur“ war. Jetzt bin ich ausgeruht und sprühe vor neuem Tatendrang, aber muss mein Training etwas umstellen.

Anzeige:

Seit langem – und damit meine ich mehrere Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte – schleppe ich so eine komische Verspannung in der Schulter rum. Ich glaube, die trat das erste Mal in der Schulzeit (!) auf. Bereits vor dem Marathon hatte ich mich entschieden, in professionelle Behandlung zu gehen und es jemand anderem in die Hände zu geben, der das weg machen kann.

Das Wehwehchen äußerte sich vor allem in der Anfangszeit meiner Laufkarriere darin, dass mir nach einer Stunde laufen die linke Schulter schmerzte. Es war ein stechender Schmerz genau am oberen Ende des Schulterblatts, wo das Schlüsselbein verlaufen würde, wenn es auf der Rückseite läge.

Nach einer Weile kam ich auf die Idee, ins Fitnessstudio zu gehen und dort fleißig Schulter und Rücken zu trainieren. Vermutlich hatte ich kurz vorher mal was von „Stabi“ oder so aufgeschnappt. Irgendwann tat es nicht mehr so weh und ich konnte deutlich länger als eine Stunde ohne Schulter-Stechen laufen. Es war erträglich genug, dass ich nicht andauernd daran denken musste.

http://twitter.com/rob_st/status/801305478953308164

Ab und zu liege ich im Schlaf jedoch ungünstig und wache morgens mit Stechen in der Schulter auf. Manchmal breitet sich das über den ganzen mittleren und unteren Rücken aus, oder zieht bis in die Halswirbel hoch. Das geht dann zwar nach einem oder zwei Tagen wieder weg, ist aber trotzdem alles andere als angenehm. Seit ich die BlackRolls (Affiliate-Link) zu Hause habe und ein wenig nachhelfe, hält es zumindest nicht mehr so lange an. Ich drücke dann einfach mit dem kleinen BlackRoll Ball oder dem kleinen BlackRoll TwinBall auf dem Rüpcken liegend in die betroffene Stelle rein und irgendwann ist alles so gelähmt, dass nichts mehr weh tut 🙂 Die kleine BlackRoll vom Link ist übrigens super für die Fußsohle!

Wenn der Arzt nicht weiter hilft

Als es zwischenzeitlich akuter wurde, war damit mal beim Orthopäden, der mir ein paar Übungen mit gegeben hat und mir empfahl, von einer Messenger-Tasche auf einen Rucksack umzusteigen, um die einseitige Belastung zu vermeiden. Hat soweit erst mal ein wenig geholfen.

Während meiner Verletzungspause ist dieses Schmerzzentrum jedoch wieder in den Vordergrund gerückt. Ich bin mir nicht sicher, woran es lag. Vielleicht, weil ich meinem üblichen Bewegungsablauf nicht nachgehen konnte. Möglicherweise aber auch, weil ich auf das Fahrrad umgestiegen bin und dabei natürlich eine ganz andere Muskulatur vor allem in Rücken und Schulter beansprucht habe.

Für mich war es Grund genug, mich endlich in professionelle Hänge zu begeben! Meinem Orthopäden fiel erst mal nichts weiter ein, außer mir eine Spritze zu verpassen. Klar, das mag kurzfristig die Schmerzen lindern, behebt aber keineswegs das eigentliche Problem. Deshalb lehnte ich das ab und begab mich zur Physiotherapie.

Ich wollte Alternative ausprobieren

Anfangs war ich ein wenig skeptisch, ob das überhaupt was bringt. Ein paar Massagen (die ich privat bezahlte) konnten mich davon aber überzeugen! Die Schmerzen gingen schnell zurück, auch wenn die Behandlung als solche erst einmal nicht schmerzfrei ist. Ich besuchte wieder meinen Orthopäden und habe mir direkt ein Rezept für diese Behandlungsmethode geholt, das er mir auch ohne Widerworte ausstellte.

Bildnachweis: Massage von ElvisClooth auf pixabay
Wegspritzen war für mich nicht der Stein der Weisen. Also: Ab zur Physio!

Ich fing mit der Therapie bereits vor meinem Frankfurt Marathon an und werde sie bis mindestens Mitte Dezember fort führen. Dann werde ich ja sehen, ob das nachhaltig hilft, oder letztlich nur Suggestionskraft ist. Denn neben dem Ausmassieren werde ich ab nächster Woche in Übungen geschult, die ich im Fitnessstudio oder daheim durchführen kann. Damit soll ich meine Rücken- und Schultermuskulatur langfristig so aufbauen und bei behalten, dass ich da keine Schmerzen mehr bekomme.

Bereits in der ersten oder zweiten Sitzung hat mir mein Physiotherapeut einen kleinen Strich durch die Trainingsplanung gemacht. Ich solle in Zukunft lieber etwas weniger laufen, hat er gesagt. Nun, er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich Ende Januar in Rodgau 50 Kilometer am Stück laufen will. Er meinte, ich solle den Umfang – nicht unbedingt die Anzahl – der Einheiten reduzieren und mit der gewonnen Zeit etwas für meine Schulter- und Rückenmuskulatur tun.

Nur Laufen als Sport ist zu einseitig

Gesagt getan! Seit Anfang November bin ich nun morgens zwei mal wöchentlich im Fitnessstudio. Ich hangele mich dort an ein paar Geräte herum und gehe danach noch ein Dreiviertelstündchen oder so aufs Laufband. Das Laufband hasse ich ja wie die Pest! In diesem Fall ist es jedoch die einzig sinnvolle Möglichkeit, beides zu kombinieren. Und was sind schon 45 Minuten Laufband, wenn es mittlerweile genügend Ablenkungsmöglichkeiten dank des Smartphones gibt?

Vibram FiveFingers Natural Running Schuhe
Vibram FiveFingers Natural Running Schuhe
Das Laufen auf dem Laufband hat einen weiteren Vorteil: Endlich kann ich meine Vibram FiveFingers (Affiliate-Link) gefahrenlos zum Laufen tragen! Meine größte Angst ist ja, dass ich mit den Dingern irgendwie in eine Glasscherbe, einen Nagel oder Schraube oder einen fiesen Kieselstein trete – mit einer Stelle, wo was richtig weh tut! Bei meinem ersten Versuch vor etwa vier Jahren habe ich den Fehler gemacht, direkt damit draußen zu laufen.

Nach nur drei Wochen hatte ich an beiden Füßen eine Zehengrundgelenkentzündung bekommen und musste pausieren. Gut, die FiveFingers damals waren auch noch die Einfachen, die wirklich nur eine zarte Gummisohle haben. Meine aktuelle Variante zum Laufen hat schon etwas mehr Profil und ist vom Hersteller zum Laufen empfohlen. Mein Ziel ist es, mit diesen FiveFingers ab dem nächsten Frühjahr die ein oder andere kleine Runde an der frischen Luft zu laufen.

Das schlimmste ist, den ganzen Tag im falschen Stuhl sitzen zu müssen

Da hier im Büro auch noch ein Swopper (Affiliate-Link) ungenutzt rum stand, habe ich mir den ebenfalls unter den Nagel gerissen. Die ersten beiden Tage darauf zu sitzen waren ganz schön anstrengend – besonders für den Rücken! Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und finde es ziemlich geil! Ich bewege mich automatisch mehr im Sitzen, falle nicht mehr so stark ins Hohlkreuz und den Rundrücken / Schultern. Auch insgesamt fühlt sich mein Rücken schon viel besser an.

Ich bin gespannt, was die nächsten Therapie-Sitzungen so bringen und werde darüber berichten! Kennst du eine Laufstrecke, wo ich keine oder nur wenig Gefahr habe, auf eine Glasscherbe, einen Nagel oder ähnliches zu treten? Dann: Her damit!

Bildnachweis (Titelbild / „Massage“): Massage von ElvisClooth auf pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige:
Folge mir auf Facebookschliessen
oeffnen