Mein Saisonaus 2016

Eigentlich wollte ich heute etwas ganz anderes schreiben. Über die neue Adresse und das neue Design. Doch, wie heisst es so schön: Life is what happens to you while you’re busy making other plans. Dies zusammen mit Murphy’s Law hat jetzt dazu geführt, dass ich wohl sämtliche Ziele für das laufende Jahr streichen kann. Dafür muss das Andere jetzt eben mal warten.

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Was ist passiert?

Diejenigen von euch, die mich regelmäßig lesen wissen, dass ich des Öfteren Fußball spiele. Gestern kam es dann zu einem kleinen Unfall. In einem Zweikampf landete mein Fuß ich nicht auf der Fußsohle, sondern auf der Außenseite des Fußes.

In der Situation selbst war nichts dramatisches. Klar gab es einen kleinen Körperkontakt mit dem Gegenspieler. Da war aber nichts, was ein Schiedsrichter abpfeifen würde. Ich war einfach ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht und bin sehr ungünstig gelandet.

Direkt beim Aufsetzen auf den Boden merkte ich aber sofort, dass es vorbei ist. Das ist ja das schöne, wenn man so viel und so regelmäßig Sport treibt. Man merkt sofort, ob eine Verletzung nur „so lala“ oder eben ernsthaft ist. Als mein Fuß auf dem Boden aufkam machte es kurz Knack, knack, knack. Ein stechender Schmerz zog vom Fuß über den Oberschenkel bis hoch in die Wirbelsäule. Noch Fragen?

Die Diagnose

Heute früh war ich bei meinem Orthopäden. Wie immer war die Begeisterung natürlich groß, dass ein Patient ohne Termin und ohne vorherige Telefonanmeldung aufkreuzt. War mir aber egal. Der Fuß war über Nacht leicht geschwollen und verbreitete einen unangenehmen Schmerz beim Gehen.

Nach der ersten Untersuchung überbrachte mir der Arzt schon die Hiobsbotschaft.
Die Außenbänder sind angerissen. Das sind mindestens sechs Wochen Pause, und 10 Wochen lang kein Lauf- und Ballsport. Aber wir schauen erst mal beim Röntgen, ob das Sprunggelenk was abbekommen hat – dann dauert es womöglich noch länger.

Das war natürlich genau das, was ich hören wollte. Nicht. Zum Glück hat das Röntgenbild nichts ergeben, was ich nicht schon wusste. Der Doc hat festgestellt, dass ich rechts auch einen Fersensporn habe. Das hatte er bei unserem aller ersten Gespräch wohl nicht in seine Unterlagen eingetragen.

Die Konsequenz

Ein bisschen rumgegoogle und einige Tipps aus meiner Twitter-Timeline gaben mir die Hoffnung, dass wahrscheinlich ich in vier Wochen wieder Laufen kann. Wahrscheinlich kann. Worauf ich mich aber nicht verlassen will. Ich werde sehen, wie schnell das wieder verheilt und wann ich das Gefühl habe, dass das Laufen wieder möglich ist.

Nichts desto trotz wird es darauf hinauslaufen, dass sämtliche Vorhaben, die ich für dieses Jahr hatte, wohl abhaken kann.

Der Mainlaufcup

Hier fehlen mir noch drei Wertungsläufe. In den ersten beiden Wettkämpfen habe ich knapp 170 von 200 möglichen Punkten in meiner Altersklasse geholt. Den Frankfurter Halbmarathon habe ich zwar absolviert und der würde zählen – aber aufgrund der tausenden Teilnehmer kam ich hier nur mit null Punkten raus.

Ich hatte die Hoffnung, der beste nicht in einem Verein organisierte Hobby-Läufer in diesem Jahr in der AK zu werden. Mit dem Schwerpunkt der Wettkämpfe im September und Oktober kann ich das wohl abhaken. Zum Silvesterlauf kann ich vermutlich wieder konkurrenzfähig laufen – aber das ist zu spät. Fünf Läufe müsste ich in die Wertung einbringen, um für die Gesamtwertung zu zählen.

Der Halbmarathon in weniger als 90 Minuten

Dieses Ziel hatte ich mehr oder weniger dynamisch nach dem letzten Halbmarathon mit PBZ in Obertshausen ausgerufen. Der lief so gut und rund, das ich mir dachte: Da ist genug Luft, um die 90 anzugreifen. Auch das wird wohl dieses Jahr nichts mehr.

Mit der zu erwartenden Ausfallzeit und der Zeit, die ich benötigen werde um auf die aktuelle Form zurück zu komme, wird das in diesem Jahr nichts mehr. Im Winter werde ich dann wieder weniger „hart“ trainieren und dafür umso mehr auf die Grundlagenausdauer gehen. Und ab Oktober wird es schwierig, einen Halbmarathon in der Nähe zu finden.

Dann werde ich mir das also als Ziel für 2017 vornehmen. Geht aber nur, wenn ich wirklich so schnell wie möglich fit werde und ins normale Lauftraining einsteigen kann. Ich vermute, das wird aber nicht vor Mitte/Ende Oktober sein.

Das 2.000km Jahr

In diesem Jahr wollte ich erstmals mehr als 2.000 (das sind zwei tausend) Kilometer laufen. Bisher sah es ganz gut aus: Derzeit steht mein Zähle bei etwa 1.400km. Mit einem Durchschnitt von etwas weniger als 200 km pro Monat werde ich dieses Ziel mit Sicherheit nicht erreichen. Auch wenn ich ab November wieder normal in gewohnten Umfängen laufen kann, werde ich in den verbleibenden zwei Monaten des Jahres kaum 500 oder 600 Kilometer schaffen.

Ärgerlich, aber das ist nunmal so. Dann muss ich die zweitausend eben im nächsten Jahr knacken – wenn nichts dazwischen kommt.

Der Frankfurt Marathon

Für dieses alljährliche „Heimspiel“ bin ich ja seit kurz nach Anmeldestart registriert. Mit der Verletzung am Fuß muss ich hinter diesen jedoch mindestens drei Fragezeichen setzen. Es kann gut möglich sein, dass ich zum Marathon am 30. Oktober wieder laufen kann – aber werde ich dann auch fit genug sein? Werde ich den Fuß dann über die ganze Zeit und Distanz belasten können? Das ist mehr als fraglich!

Ich werde bis mindestens Ende September für die Entscheidung abwarten, ob ich den Frankfurt Marathon in Angriff nehme. Die Zielzeit ist mir ja sowieso egal. ich laufe dort vor allem mit, um irgendwann meine ewige Startnummer zu bekommen. Klar: Wenn es gut laufen würde, nähme ich natürlich auch eine PBZ in Angriff – aber das hat eben keine Priorität für mich.

Es bleibt also abzuwarten, was ich mit meinem Startplatz in Frankfurt mache.

Was bleibt

In den mittlerweile mehr als 20 Jahren, in denen ich mehr oder weniger unregelmäßig und überwiegend unprofessionell Fußball spiele, ist dies meine erste, richtige Verletzung. Klar hatte ich mal den einen oder anderen so genannten Pferdekuss. Oder habe meinen Fersensporn (erst kürzlich!) geärgert. Ich glaube aber, im Durchschnitt bin ich über die Zeit echt glimpflich davon gekommen.

Ich will das Fußballspielen nicht wegen eines solchen Einschnitts aufgeben. Andererseits werde ich mir aber überlegen müssen, ob ich hier nicht zukünftig doch lieber etwas weniger Einsatz bringe in der Hoffnung, das Risiko für eine solche Verletzung zukünftig zu verringern.

Das Lauftraining wird also erst mal nicht stattfinden. Wenn überhaupt, werde ich zum Ende des Jahres eher mit Regenerationsläufen wieder einsteigen. Hier mus sich dann auch gleich auf die Distanz gehen, schließlich bin ich für den Rodgau 50 im Januar 2017 angemeldet.

Ich werde statt dessen erneut auf das Rad wechseln. Auf diesem Sportgerät will ich so viel Grundlagenausdauer wie möglich erhalten. Leider habe ich immer noch kein Plan, wie viel Rad ich fahren muss, um das ausfallende Lauftraining zu kompensieren. Aber vielleicht weißt du ja mehr und kannst mir einen Tipp geben?

Bildnachweis: Blaulicht von Feuerwehr Brandoberndorf auf flickr CC BY-SA 2.0

5 Kommentare

  1. Oh weh! Wünsche Dir gute und schnelle Besserung! Und überstürze nichts – wir sind keine Leistungssportler und daher ist es nichts auf dieser Welt wert seine Gesundheit für neue Bestzeiten zu riskieren.

  2. Hi!
    Saublöd gelaufen, aber so etwas kann genauso gut auf einer Bordsteinkante passieren.
    Ich wünsche Dir schnelle Besserung, aber lass es auch wirklich ausheilen. Ich konnte meine Grundlage auf dem Rad ganz gut halten, habe allerdings an Tempohärte eingebüßt. Eine Faustformel, die ich in manchen Plänen gefunden habe ist Rad=Laufen x 1,5
    Wenn Du also einen 2 Stunden-Longrun ersetzen möchtest, musst Du dafür 3 Stunden Rad fahren. Ich glaube, das kommt ganz gut hin. Manche rechnen sogar x 2, was ich für etwas übertrieben halte.
    Viele Grüße, Christiane

    1. Danke für den Tipp. Ich werde jetzt erst mal abwarten, bis die Schwellung weg ist und dann langsam mit dem Rad anfangen. Ich glaube es ist besser, nicht direkt mit 10 bis 12 Stunden pro Woche radeln wieder einzusteigen.
      Hat aber auch insgesamt was Gutes: So kann sich die lädierte Ferse an dem anderen Fuß, die immer noch ab und zu mal in der Achillesferse rumzwickt, ebenfalls richtig erholen und abheilen.

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