Der Juni war für mich läuferisch ein absoluter Reinfall. Ich hatte es geschafft, eine kleine Verletzung aus dem Mai rüber zu schleppen und bei der erstbesten Gelegenheit zu verschlimmern. Somit lief ich im gesamten Monat nur so viel, wie in einer einzelnen Woche. Statt dessen radelte ich im Juni sehr viel, da kamen einige hundert Kilometer zusammen.

Bereits Ende Mai hatte ich die ersten Anzeichen einer Reizung meiner Plantarsehne. Nach dem Fußballspielen mit den Stollenschuhen sind meine Füße immer ein wenig überanstrengt, so dass ich mir zunächst nichts dabei dachte. Fast zwei Wochen lang machte ich trotz der kleinen aber unauffälligen Reizung der Plantarsehne weiter und lief sogar noch ein 10-Kilometer-Rennen. Beim nächsten Mal Fußball spielen ist es dann passiert.

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War ja klar, dass ich beim Fußball mit der Ferse in den Boden hacken muss und damit den Fersensporn wieder reaktiviere. Die große Sehne im Fuß, die von der Ferse bis zu den Zehenspitzen reicht, war ja schon gereizt und hat sich dadurch erst recht entzündet. Der Schmerz, den meine ungünstige Körperbewegung verursachte, war höllisch. Ich habe gleich gemerkt, dass ich nicht weiter spielen kann und habe dann versucht in die Kabine zu humpeln.

Schlagartig war mein Training hinfällig

Mir war sofort klar, dass ich meinen Trainingsplan für diesen Monat abhaken kann. Genau so strich ich gedanklich mein Vorhaben, den Brooks 10k Champions Run im Rahmen der Leichtathletik-EM in Amsterdam in weniger als 40 Minuten zu laufen. Ich musste mein Training umdisponieren, denn selbst wenn ich keine Bestzeit in Amsterdam laufen würde, will ich auf jeden Fall mitlaufen!

Die ersten Tage mit der Plantarfasziitis waren übel. Ich konnte keine normalen Schuhe mehr tragen, da jeder Schritt schmerzte. Für das Büro wechselte ich auf Flip-Flops, die eine extra dicke und weiche Sohle haben. Nach zwei Tagen hatte sich die Ferse einigermaßen beruhigt, so dass ich zumindest wieder Turnschuhe tragen konnte.

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Ich habe meine „langen Läufe“ auf das Rad verlegt und einfach versucht, die zwei bis drei Stunden Belastung auf diese Art zu absolvieren. Mir fiel aber schnell auf, dass das eben doch nicht das gleiche ist.

Wenigstens bekam ich auf diese Weise die Gelegenheit Gegenden zu sehen, die ich beim Laufen bisher noch nicht erreichte. Die beiden langen Radtouren liefen über 56 bzw. 64 Kilometer und ich fuhr bis nach Hanau/Hainburg und Flörsheim/Rüsselsheim.

Ich wollte schneller wieder laufen gehen, als ich konnte

Nach der ersten Woche Ausfall hatte ich das Gefühl (oder die Hoffnung?), dass meine Ferse wieder einigermaßen in Ordnung und ich langsam wieder laufen könnte. Ich habe es gerade mal über die Fußgängerampel geschafft und sofort gemerkt, dass das nichts wird. Beim Gehen konnte ich zwar fast ganz normal auftreten. Deshalb kam ich ja überhaupt auf die Idee, schon wieder laufen zu gehen. Beim Laufen jedoch belaste ich den Vor- und Mittelfuß stärker als beim Gehen. Und so zog beim Laufen der Schmerz vom Zeh bis zum Fersenbein herunter.

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Also hieß es: Weiter auf dem Rad trainieren. Unter der Woche radelte ich im Fitnessstudio, denn das liegt quasi auf dem Weg ins Büro. Dort versuchte ich sogar ein Intervalltraining auf dem Spinningrad. Das war auch ziemlich anstrengend, aber keineswegs vergleichbar mit einem Intervalllauf.

Erst am vergangenen Wochenende traute ich mich wieder zu Laufen und machte eine kleine Kombieinheit. Ich lief knapp eine Stunde lang und hing eine Radfahrt von der gleichen Dauer hinten an.

Aufgrund des Laufausfalls und der ganzen Radfahrerei verlor ich leider trotzdem gehörig an Grundlagenausdauer. Ich glaube, mit den Rad brauche ich größere Trainingsumfänge, um auf die gleiche Belastung wie durch das Laufen zu kommen. Meine im Juni gestrampelten 320 Kilometer in 14 Stunden waren lange nicht so anstrengend, wie 14 Stunden laufen. Gelaufen bin ich gerade mal 63 Kilometer in fast 6 Stunden – so viel, wie ich fast in einer einzigen Woche habe.

Ich bin gespannt, ob ich im nächsten Monat wieder normal laufen kann und wie das Rennen in Amsterdam wird.

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