Die Strecke ist ein Rundkurs von 5 Kilometer, der 10 mal gelaufen werden muss. Sie geht überwiegend durch den Wald, darunter sind aber auch ca. zwei Kilometer auf asphaltieren Feldwegen, auf denen es ganz schön windig war. Als nach acht Runden der Regen einsetzte habe ich nur auf den Feldabschnitten etwas abbekommen – im Wald haben die Bäume gut genug vor dem Wasser geschützt.

Ein Stück der Laufstrecke durch den Wald beim #rodgau50
Ein Stück der Laufstrecke durch den Wald beim #rodgau50

Auf dem Rundkurs kommt kurz nach dem Start-/Ziel ein Verpflegunsstand – der einzige auf den fünf Kilometern. Musik gibt es ebenfalls alle 5 Kilometer kurz hinter dem Wendepunkt, den man passieren muss. Die Strecke hat genau einen kleinen Anstieg, der an und für sich nicht wirklich ins Gewicht fällt. Nach ein paar -zig Kilometern spürt man den aber doch in den Beinen.

Das Wetter war zumindest in der Bewölkung sehr beständig. Die Temperatur lag bei nicht ganz 10 Grad und war deshalb ideal zum Laufen – zumindest für diese Jahreszeit. Nur auf dem Feld war der Wind mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 bis 40 km/h dann doch krass. Zum Einen strengten die paar hundert Meter, in denen man gegen die Wind lief, ordentlich an. Zum Anderen zog der Wind dann auch die gefühlte Temperatur stark nach unten. Zu allem Überfluß hat es nach 4 Stunden angefangen leicht zu nieseln. Das war gerade noch so erträglich und ist zum Glück nicht stärker geworden.

Gestartet bin ich mit Mike im 6:00er Tempo, was wir auch ganz gut konstant halten konnten. Klar sind wir hier und dort mal in unseren gewohnten Laufrhythmus ausgebrochen und schneller gelaufen. Da wir zu zweit waren konnte der eine den anderen immer gut korrigieren.

Mike und ich beim Rodgau 50 2016. Foto © 2016 @blabbermaul, sportbleibtmord.de

Bis Kilometer 32 lief bei mir alles easy, dann fingen die Oberschenkel langsam an, sich bemerkbar zu machen. Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, dass das Ende des Rodgau 50 Ultramarathon ziemlich bitter für mich wird, denn ich musste ja noch fast die Hälfte der Strecke laufen. Bis zur Runde Neun (von zehn) hat sich das aber nicht weiter verschlimmert. Ab der Marathon-Grenze, die ich nach etwa 4:14 Stunden erreichte, wurden meine Oberschenkel deutlich spürbar müde und meine Waden zeigten auch die ersten Ermüdungskennzeichen. Ich dachte mir aber: Komm, die letzten acht Kilometer schaffst du auch noch! Ich hatte kurz einen Ohrwurm von diesem Lied, aber der verflog recht schnell.

Ab Kilometer 35 fiel es mir schwerer, das Tempo zu halten. Oder wir haben uns am Verpflegungsstand viel Zeit gelassen. Meine Uhr zeigte für die Achte Runde ein Durchschnittstempo von 6:15 min/km und für Runde neun 6:11 an. Das war zwar deutlich weniger, aber immer noch locker vertretbar.

Die Markierung für den Marathon gilt erst beim achten (!) Vorbeilaufen.
Die Markierung für den Marathon gilt erst beim achten (!) Vorbeilaufen.

Nach etwa 46 oder 47 Kilometern meldeten sich dann meine Adduktoren und wollten auch endlich eine Pause. Ich wollte nicht riskieren, auf den letzten paar Kilometern mit einem Krampf ausscheiden zu müssen. Daher entschied ich mich, lieber öfter eine Gehpause einzulegen und mich so ins Ziel zu retten. Abbrechen ging zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr. Zur Not wäre ich auch die letzten drei Kilometer ins Ziel gegangen. Ich habe Mike dann ziehen lassen und die Runde allein zum Ende gebracht. Die zehnte und letzte Runde habe ich trotzdem mit nicht ganz 7 Minuten pro Kilometer im Durchschnitt geschafft.

Nach dem Lauf

Nach dem Zieleinlauf konnte ich dann erst mal ein wenig verschnaufen und habe mir im Pavillon direkt am Ziel erst mal eine Kleinigkeit zu trinken und zu essen gegönnt. Dort hatte ich vor dem Start auch meine Tasche deponiert, so dass ich nicht mehr weit laufen oder anstehen musste, um die wieder zu bekommen. Auf dem Fußweg vom Ziel zur Umkleide wurde mir ganz schön kalt. Ich musste mich zwar ein wenig orientieren, um die Umkleide und die Duschen zu finden, war aber echt froh dass es entgegen der Ankündigung dort warmes Wasser gab. In den Informationen zum Lauf hieß es nämlich, dass das Warmwasser die später ankommenden nicht immer ausreicht.

Nach dem Duschen ging ich dann in die Turnhalle, um mir meine Trophäe abzuholen. In der Halle war das Gedränge deutlich größer, aber das bin ich ja gewöhnt. Ich bin halt zu langsam (oder viel zu schnell) um dem Ansturm der Massen zu entgehen. Nach der Medaille hab ich auch noch ein leckeres Linsensüppchen und eine Rindswurst genossen – genau das Richtige nach dem anstrengenden Lauf und bei dem draußen herrschenden Wetter. Die Preise für Essen und Trinken waren erfreulicherweise sehr günstig.

Was ich dank #rodgau50 gelernt habe

50km sind machbar – die 8 Kilometer auf den Marathon drauf sind eigentlich kein Problem. Wer fit genug für einen Marathon ist, sollte auch einen 50km-Lauf schaffen, auch wenn dieser dann auf den letzten Kilometern nicht mehr ganz so gemütlich ist.

Nach dem Lauf ist laut runalyze meine Grundlagenausdauer um sage und schreibe 45% gestiegen. Damit bin ich jetzt in den 80%-Werten. Ich bin wohl also immer zu schnell gewesen auf meinen langen Läufen. Das werde ich jetzt für die nächsten Wochen berücksichtigen und mich zwingen etwas langsamer zu laufen. Tempo baue ich dann in die kürzeren Läufe bis 15 Kilometer ein.

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