Der Mai verging wahnsinnig schnell. Gefühlt habe ich so gut wie gar nicht richtig trainiert. In meinem selbst gebastelten Trainingsplan hatte ich jede Menge Lauf-Einheiten drin stehen. Spontan habe ich mich dazu hingerissen, in Mainz außerplanmäßig den Marathon zu laufen und musste meinen Test-Lauf beim Darmstädter Knastmarathon irgendwie berücksichtigen. Mit dem Tapering und der zugehörigen Regeneration standen drei Wochen im Monat Mai unter dem Motto locker läuft.

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Das schönste im Mai war aber das Wetter: Endlich ist es sommerlich! Ich finde, es wurde allerhöchste Zeit, die ärmellosen Shirts und kurzen Hosen wieder aus den hinteren Fächern des Lauf-Kleiderschranks hervor zu holen. Ich liebe das Gefühl am Morgen, durch die kühle Luft zu laufen aber nicht frieren zu müssen. Denn heimlich bin ich ja eine kleine Frostbeule. Es beeindruckt mich, so hautnah und in Echtzeit dabei zu sein, wenn der Sommer startet. Wie schnell das Wetter doch von Winter auf Frühling und auf Früh-Sommer wechselt, Wahnsinn!

Das Thermometer steigt deutlich über 20°, die Wolken verziehen sich und ich lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen.

Alternativtrainings: Bewegungstherapie

Die sommerlichen Temperaturen habe ich genutzt, um endlich mal wieder ans Wasser zu fahren. Natürlich nicht ans Meer, sondern an den See. Aber dafür auch nicht mit dem Auto oder der Bahn, sondern mit dem Fahrrad. So konnte ich in meinem Garmin-Konto die ersten beiden Schwimmeinheiten überhaupt aufzeichnen! Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal so richtig schwimmen war. Zwei mal habe ich rund 500 m in etwa 20 Minuten aufgezeichnet. Natürlich nur im Brustschwimmen, wenn man das so bezeichnen kann. Meine Technik hat dabei vermutlich die Rettungsschwimmer in höchste Alarmbereitschaft versetzt – aber hey, ich bin wieder aus dem Wasser gestiegen 🙂

Ein paar Wanderwege im Taunus haben einen etwas anspruchsvolleren Untergrund.
Außer dem Schwimmen war ich das erste mal seit – ich glaube überhaupt – wandern. Von Oberursel aus ging es eine Runde um und durch den Taunus, auf den Feldberg, den Altkönig und zurück. Insgesamt war die Strecke 20 Kilometer lang und hatte ordentlich Höhenmeter. Das war trotz eines Spaziergang-Tempos ganz schön anstregend. Am nächsten Tag habe ich nämlich ordentlich meine Waden gespürt. Als Flachland-Läufer bin ich wohl so etwas gar nicht gewöhnt.

Eigentlich war das ein Ausflug, um ein Objektiv für den Road Trip auszuprobieren. Dabei sind einige schöne Fotos entstanden, die ich demnächst dann entweder in meinem flickr oder meinem Instagram-Account zeigen werde. Die Wanderung durch die Natur war sehr schön. Faszinierend, dass so ein Fleckchen kaum eine halbe Bahn-Stunde außerhalb der Betonflächen und Glaspaläste der Stadt liegt. Bei 30° im Schatten spendete der Wald eine angenehme Kühle, von der frischen Luft will ich gar nicht erst anfangen. Zudem scheinen die Wanderwege im Taununs ganz gut laufbar zu sein. Eine hervorragende Gegeben, um für den Rennsteig Supermarathon zu trainieren.

Alle Trainingseinheiten an einer Hand abzuzählen

Wenn ich meine Lauf-Historie für den vergangenen Monat so durchblättere, zähle ich neben den Regenerationsläufen und Wettkämpfen genau vier Trainingsläufe. Einmal Kurzintervalle, zwei Tempodauerläufe und einmal lange Intervalle.

Die langen, 1-Kilometer-Intervalle waren richtig hart! Nach dem Vierten (von acht!) brauchte ich viel Überwindung und Überzeugung, weiter zu machen. Ich glaube, unter normalen Umständen hätte ich hier wohl abgebrochen. Am Ende lief es aber doch ganz gut und ich konnte die zweite Hälfte sogar im vorgesehenen Intervalltempo von 3:50 min/km durch ziehen. 3 Minuten und 50 Sekunden. Pro Kilometer. Hätte ich die Arme ausgebreitet, wäre ich bestimmt abgehoben! Ich kann es immer noch gar nicht so richtig glauben, dass ich so schnell laufen kann. Zumindest für solche Abschnitte.

Als nächstes werde ich mich bei den Tempodauerläufen an ein 4-Minuten-Tempo wagen, auf kürzeren Strecken von 10, 12, 14 und 16 Kilometern. Dann will ich mein normales Dauerlauftempo auf 4:40 erhöhen. Dazwischen werde ich dann immer wieder ein oder zwei Kilometer-Intervalltrainings einbauen mit 3:40 und vielleicht sogar 3:30er Tempo. Mal schauen, ob ich das so hinkriege und dann auch schaffe. Vor allen Dingen, weil ich ziemlich unsicher wegen des Urlaubs mit dem Auto beim Road Trip bin. Denn strukturiertes Training passt so gar nicht dazu.

Ein neues Projekt


https://www.facebook.com/runningrobffm/videos/1946346692263057/
Den 10km-Lauf in Steinberg nutzte ich für ein etwas anderes Training.
Der 10km-Lauf in Steinberg war ein kleiner Kick-Off für mein neuestes Projekt. Ich werde Kerstin dabei begleiten, ihre Marathon-Bestzeit von 3:44 auf 3:30 zu verbessern, ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie an meiner Lauf- und Wettkampferfahrung teilhaben lassen. Auch sie hat vor, sich in Münster für Boston 2018 zu qualifizieren und auch für sie, würden 7 bis 8 Minuten langsamer immer noch für eine Qualifikation ausreichen, denn ihre offizielle Qualifikationszeit ist 3:40.

In Steinberg liefen wir deshalb einen kleinen 2-4-6-8-6-4-2 Pyramidenlauf in ihrem zukünftigen Wettkampftempo von 5:00 min/km. Kerstin musste isch zwar ein wenig durchbeissen, hat das aber super hin bekommen! Das Ziel der 10-Kilometer-Strecke erreichten wir nach nicht ganz 53 Minuten, was ein ordentlicher Ausgangspunkt für das Training ist. Denn in das Rennen ging sie ganz schön erschöpft: sie lief drei Marathons binnen vier Wochen! In Hamburg, Mainz und zuletzt Darmstadt ist sie jedes mal in weniger als 4 Stunden ins Ziel gekommen. Hut ab vor dieser Leistung, das muss man erst einmal hinbekommen!

Trotz allem stimmt die Summe

Unter’m Strich brachte der Mai trotz (oder wegen?) der beiden Marathons, dem 20 Kilometer Waldlauf in Hofheim-Langenhain und dem Zehner in Dietzenbach-Steinberg auf 260 Laufkilometer. Das sind genau so viele, wie im Januar. Jedoch war ich mit einer Trainignszeit von 24 Stunden ziemlich genau 30 Minuten weniger für die Strecke unterwegs, als damals im Winter. Im aktuellen Jahr komme ich insgesamt bereits auf fast 1.100 km trotz der krankheitsbedingten dünnen Monate Februar und März. Im vergangenen Jahr habe ich für diese Gesamtdistanz noch sechs Wochen länger, bis Mitte Juli, gebraucht.


https://twitter.com/beVegt/status/870579935529897984
Ich bin gespannt, wie schmerzhaft der Brüder-Grimm-Lauf wirklich wird.
Jetzt heisst es erst mal, ein paar Tage Training, bevor es in die kurze Tapering-Phase für den Brüder-Grimm-Lauf geht. Dort werde ich an drei Tagen insgesamt 80 Kilometer, verteilt auf fünf Läufe, bolzen. Ich habe überhaupt keine Ahnung, was dort auf mich zukommt, außer einiges an Höhenmetern. Ich betrachte es einfach als Wochenend-Ausflug ins Grüne mit viel Laufen. Die drei Läufe am Freitag und Samstag werde ich locker zusammen mit Kerstin angehen. Am Sonntag finden die beiden längsten Läufe mit den meisten Höhenmetern statt, hier will ich versuchen zu #ballern was dann eben noch geht. Auch ich freue mich darauf und bin mega gespannt! 🙂

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