Bei Regenwetter ist meine Motivation zu laufen nicht besonders groß. Davon habe ich mich aber nicht abschrecken lassen, am Hugenottenlauf teilzunehmen. Mit meiner Zielzeit und meiner Platzierung bin ich zufrieden. Leider habe ich das erste mal eine kleine Wettkampf-Verletzung davon getragen.

Um mich nicht der breiten Konkurrenz des Halbmarathon zu stellen hatte ich mich für das 10km Rennen entschieden. Zugegeben: auch zeitliche Engpässe hatten mich dazu bewegt. Dennoch wollte ich wissen, wie ich auf einer solch kurzen Strecke abschneide. Mein letztes 10 Kilometer-Rennen war schon zwei Jahr her und fand in einem Januar bei winterlichen Temperaturen statt. Für einen schnellen 10km-Lauf wollte ich mich mal verausgaben und sehen, was so möglich ist.

Bei der Planung für diesen Wettkampf dachte ich mir noch, dass ich eine halbe Stunde mehr Zeit hätte an diesem Tag, da der 10k-Lauf später anfing. Das war aber ein Trugschluß. Dadurch, dass ich viel später kam, musste ich auch ewig weit weg parken und hatte so einen längeren Fußweg, um meine Startnummer abzuholen. Zum Glück brauche ich mich vor dem Lauf meistens nicht mehr umziehen. Bei den kleineren Läufen kann ich nämlich meistens nicht meine Tasche abgeben.

Wetter, Schuhe – alles nicht ganz optimal

Bei leichtem Nieselregen fiel um Punkt 9:25 der Startschuß, nachdem die Halbamarthoniten bereits um 9:00 Uhr gestartet waren. Entgegen des Erfolges vor vierzehn Tagen mit den Brook Ghost 7 beim Halbmarathon in Mühlheim lief ich heute mit den Asics Gel Hyper 33. Die sind mir auf harter Strecke lieber, da sie weniger Dämpfung haben.

Nur leider hatte ich mich nicht ausreichend mit der Strecke beschäftigt. Die verlief überwiegend auf Waldwegen. Und das bei Regen. Da waren die Laufschuhe mit der minimalistischen Dämpfung und dem flachen Profil mit wenig Grip nicht wirklich gut geeignet. Zu allem Überfluß führten die letzten 300 bis 400 Meter über einen ziemlich matschigen Waldweg um das Sportgelände herum. Zwar hatte ich schon nasse Füße, aber hier wurden sie auch noch richtig schlammig. Nach dem Lauf sah ich ein wenig so aus, als hätte im am Tough Mudder teilgenommen.

Und dann reisst mich einer um

So kam es auch zu meinem kleinen Unfall. Noch auf der Startgeraden, wo das Teilnehmerfeld trotz des Wetters dicht gedrängt war, kam ein Läufer vor mir ins Straucheln. Vermutlich war er auf dem nassen Asphalt etwas weggerutscht und hat dadurch das Gleichgewicht nicht halten können. Er stürzte daraufhin – und nahm mich fast mit. Ich konnte mich gerade noch irgendwie abfangen, um nicht auch längs auf der Straße zu liegen.

Ich bin dann kurz angehalten und habe ihm aufgeholfen und gefragt, ob alles in Ordnung ist. Er war ganz schön sauer – das habe ich aber nicht auf mich bezogen, denn ich hatte damit ja nichts zu tun. Bei ihm war alles okay, er hatte keine sichtbaren Verletzungen, also ging es weiter. Ich habe hier etwas Zeit verloren – aber so etwas passiert eben nun mal.

Das ehrgeizige Ziel schon nach hundert Metern aufgeben?

Bei diesem Manöver habe ich mich wohl auf meinem rechten Daumen abgestützt und mir eine Prellung zugelegt. Jetzt ist der gute Daumen ein bisschen geschwollen und ziemlich blau. Da merke ich erst mal, wofür man so einen Daumen im Alltag alles benötigt, wenn bei jeder Beanspruchung so ein dumpfer Schmerz durch das Grundgelenk zuckt.

Durch den Beinahe-Sturz habe ich geschätzt etwa eine halbe Minute verloren. Ich bin natürlich direkt wie die Feuerwehr weiter gelaufen. Mein ehrgeiziges ziel war es nämlich, nicht länger als 40 Minuten für die 10km unterwegs zu sein. Auf den folgenden paar hundert Metern habe ich mich dann aber doch gefragt: Macht es Sinn, jetzt noch die 40-Minuten-Marke in Angriff zu nehmen? Nachdem ich mir kurz überlegt hatte, wie oft ich bisher wie gut auf 10-Kilometer-Strecken abgeschnitten hatte, entschied ich mich für Ja!. Die Tempozone auf der TomTom Laufuhr hatte ich sowieso auf 4:00 – 4:30 gestellt, also zieh ich das jetzt durch.

Das war dann doch etwas zu hoch gegriffen. Die ersten sechs Kilometer war ich mit 4:13-4:17 min/km unterwegs und habe mich dabei ganz schön verausgabt. So musste ich die folgenden zwei Kilometer etwas verschnaufen und mein Tempo auf 4:30 drosseln. Kilometer neun und zehn habe ich das Tempo wieder anziehen können und mit 4:10 bzw. 4:03 absolviert.

Nix da: angekommen, Bestmarke eingetragen, nächster Lauf bitte!

Nach 42 Minuten und 25 Sekunden lief ich dann ins Ziel ein. Sieben Minuten unter meinem bisherigen „Rekord“ von 49 Minuten irgendwas. Im Training bin ich die 10km aber auch schon in 44:58 gelaufen. Damit war ich in meiner Altersklasse nur 3 Minuten langsamer, als der schnellste und habe den fünften Platz belegt. Es war gut, auf den letzten paar hundert Metern noch mal Gas zu geben und zwei aus meiner Alterklasse zu überholen. 95 Punkte für den Mainlaufcup sind mir so sicher :-)

Ich habe im Nachgang dann auch noch mal in die Halbmarathon-Ergebnisliste geschaut. Hier wäre die Konkurrenz aufgrund des Andrangs größer gewesen. Selbst mit meinem prima Ergebnis von vor zwei Wochen wäre ich nur als Paar-und-Zwanzigster ins Ziel gekommen. Nun habe ich noch einen sechsten Wertungslauf für den Mainlaufcup vor mir. Ich brauche zwar nur fünf Teilnahmen, um in die Gesamtwertung zu kommen. Der erste Lauf, der Lufthansa Halbmarathon im März, brachte mir als x-tausendster Platz aber keine Punkte.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.