Da der Startschuß zum StrongmanRun erst um 13.00 Uhr fiel, hieß es am Samstag erst einmal: Ausschlafen. Da ich ganz offensichtlich bereits an ausgeprägter seniler Bettflucht leide, und vielleicht auch ein wenig wegen der Aufregung vor diesem Lauf von dem ich nicht so ganz einschätzen konnte, was mich erwartete, war ich auch ohne Wecker bereits um 7.30 Uhr hellwach und hatte so noch mehr als ausreichend Zeit, mein Kram zusammen zu packen und ich in mein „Race-Outfit“ unter zu ziehen.
Da wir das Hotelzimmer bereits bis 11 Uhr verlassen bzw. auschecken mussten, habe ich bei den Klamotten etwas getrickst. Ich hatte mir ein Beutel mit trockener Wechselkleidung für nach dem Run gepackt und einen Beutel mit den Sachen, die direkt in den Kofferraum vom Auto können.
Am Vorabend des Laufs hatten wir uns als Frühaufsteher-Gruppe des #runhappy-Teams bereits für „ca. 9 Uhr“ zum Frühstück verabredet. Ich hatte mir am reichhaltigen Büffet ungefähr das ungesündeste rausgesucht, das es dort gab – natürlich nur wegen der Kalorien ;-) Aber das esse ich eigentlich fast immer zum Frühstück, wenn ich im Hotel bin: Rührei, gebratener Speck und gebratene Nürnberger oder Mini-Wiener, je nachdem. Sicherlich nicht das „richtige“ Essen für ein derartiges Programm, aber mir schmeckt es und ich hatte jetzt auch nicht den Eindruck, dass es mir nicht bekommen ist oder meine Leistung beim Lauf beeinträchtigt hat :-)
Dann ging es auch schon rüber auf den ring°boulevard. Dort konnten wir am Brooks-Stand unsere Taschen lagern, die wir nach dem Lauf wieder brauchten. Wir hatten noch eine Weile hin- und her überlegt, ob wir unsere Handys mitnehmen wollen um im Startbereich ein paar Fotos machen zu können. Aber die beim Race mitzunehmen fand ich keine gute Idee wegen des ganzen Wassers und Drecks. Deshalb hatte ich meines gleich in der Tasche gelassen.



Am Brooks-Stand haben wir mit dem #runhappy Team noch ein kleines Fotoshooting gemacht. Brooks hatte eigens einen Kameramann und Fotografen engagiert, die uns fast die ganze Zeit begleitet haben und Bilder bzw. Videos gemacht habe – sogar beim Lauf selbst.
Die Stimmung vor dem Start war sensationell
Durch den speziellen Eingang durch die Boxengasse ging es dann in den Startblock. Der Startbereich war genau auf der Start-/Zielgeraden der Motor-Rennstrecke. Dort standen schon gefühlt 10.000 Starter vom Strongmanrun und warteten noch über eine Stunde darauf, dass es endlich los geht. Als VIP-Starter mussten wir uns aber nicht hinten anstellen. Auch wenn der Startblock „First Fifty“ hieß, so waren am Ende dort bestimmt 200 Leute. Unter anderem starteten von hier auch die Profis, die da mit machten um zu gewinnen und die äh … goldene Ananas oder so zu gewinnen :-) Unter anderen auch jene LäuferInnen vom Brooks „Getting Tough-Team“, die am Ende die Einzel- und Teamwertungen des Strongmanrun 2015 gewannen.
Direkt auf der Startlinie waren fünf 40-Fuß-Container übereinander gestapelt und im obersten saß eine Band die Musik gespielt hat. Fetzig war’s. Sie haben der Menge gut eingeheizt und ordentlich Stimmung gemacht. Da ich nur die Marathon-Veranstaltungen gewöhnt bin wurde mir blitzartig bewusst, wie lahm dort die Animation vor dem Start in Wirklichkeit ist. Hier beim StrongmanRun erinnerte mich das eher an ein Konzert, als an ein Laufevent.

Foto: Sportograf
Da wir als Gruppe mit ca. 20 Leuten allesamt im selben #runhappy Teamshirt auftraten, hatten auch viele Fotografen Insteresse an uns. Und so wurden wir dauernd geknipst und mussten lustige Gesten machen. Das war auch irgendwie ein merkwürdiges Gefühl für mich, so im Rampenlicht zu stehen. Obwohl ich es ja nicht alleine war, sondern mehr die Gruppe als solches. Der Brooks-Kameramann hat hier auch noch ein paar Drehs mit uns gemacht und uns zu lustigen Sachen animiert.


Insgesamt war der Verkleidungsgrad beim Strongmanrun deutlich höher, als bei den Marathons an denen ich sonst so teilgenommen habe. Es scheint, als wären hier noch mehr Spaßläufer dabei, die nicht unbedingt einer Bestzeit hinterher jagen. Das hat sicher auch zur guten Stimmung beigetragen.
Als der Start dann immer näher rückte, war dann auch meine lustige Stimmung langsam weg und die Anspannung stieg ein wenig. Wir bewegten und dann in Richtung Startlinie und waren vielleicht nur noch 10 Meter davon entfernt. Das war an und für sich schon merkwürdig – so weit vorne starte ich nicht mal bei den Volksläufen, wo nur ein paar hundert Leute mitlaufen. Von der Musik war dort unten gar nichts mehr zu hören. Nur noch der Bass ließ die Knochen vibrieren. Ich habe keine Ahnung, was für ein Teil da aufgebaut wurde, aber das war eine Mega-Anlage! Mit einem lauten Knall und einem Feuerwerk wurde dann der Start eingeleitet.
Auf Los geht’s Los! Foto: Sportograf Zum Start gab es ein ordentliches Feuerwerk. Foto: Sportograf Über 13.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte der Strongmanrun. Foto: Sportograf Anstehen um über die Startlinie zu kommen. Foto: Sportograf
Schön zu erkennen, das #runhappy Team in den signal orangefarbenen Shirts. Und hier noch mal das gleiche aus der anderen Perspektive:
So schlimm wie befürchtet war es bei weitem nicht
Den Lauf dokumentieren ja einige Videos auf YouTube. Ich finde das Video von Daniel Pugge ganz gut, weil er dabei etwas zur Strecke und den Hindernissen erzählt und man nicht nur die Strecke im Video sieht. Deshalb will ich nicht im Einzelnen auf die Hindernisse konkret eingehen. Du kannst dir die auch immer noch auf der offiziellen Fisherman’s Friend Strongmanrun Webseite anschauen.

Foto: Sportograf
Quasi im Gleichschritt mit MagicMike bin ich über die Startlinie und über alle Hindernisse bis ins Ziel gelaufen. Insgesamt waren die Hindernisse ganz abwechlungsreich. Es gab ein paar leichte Hindernisse, die gar nicht als solche auf dem Streckenplan eingezeichnet sind, zum Beispiel die Strohballen über die man am Anfang drüber springen musste oder die Treppen auf die Zuschauertribüne, oder den Hang am Schluß. Dazwischen gab es auch ein paar Fun-Hindernisse, wie den „Walk of Foam“ wo man durch einen Tunnel mit Schaum gefüllt gehen muss – der in der zweiten Runde nicht mehr so schön fluffig war sondern eher an zusammen gefallene Schlagsahne erinnerte. Oder „Slime Time“: ein 40 Meter langes Becken, etwa Knietief mit Wasser und „Schleim“ gefüllt. Dann gab es jede Menge mittel-anspruchsvolle Hindernisse, wie die „Eifler Südwand“, bei der auf einer etwa einen Kilometer langen Bergauf-Strecke mit knackiger Steigung vier mal hintereinander abwechselnd Reifen und Strohballen waren, über die man rüber musste.
Foto: Sportograf Unterwegs war es auch mal ein wenig schlammig oder schleimig. Foto: Sportograf Über Reifen auf Baumstammen musste ich auch klettern. Foto: Kai Pohlkamp Die letzte Rutschpartie ist schon ein paar Tage her, deshalb sieht das bei mir wohl so unbeholfen aus. Foto: Kai Pohlkamp Ja, ich glaube ich habe sogar ab und zu mal gelächelt. Foto: Sportograf Unten angekommen im erfrischenden Naß. Foto: Kai Pohlkamp
Richtig krass anstrengend fand ich das Schwimmen. Es waren zwar nur 2 mal 40 Meter (jede Runde ein Mal), aber schwimmen ist eben nicht so meine Sportart. In der ersten Runde war das Wasser auch noch recht frisch. In der zweiten Runde war das Wasser gefühlt 5 Grad wärmer und vor allen dingen: braun.
Beeindruckend fand ich, dass beim Lauf jeder jedem geholfen hat. Wenn ich oben auf einem Hindernis stand, habe ich mich eigentlich immer erst mal umgedreht und nach der nächst besten Hand gegriffen, die mir entgegen gestreckt wurde. Genau so ging es mir auch, wenn ich noch am hoch klettern war. Und wenn ich mal nicht schnell genug hoch gekommen bin – bei ein zwei Hindernissen war das gar nicht so einfach wenn man selbst und das Hindernis überall glitschig ist, hatte ich ruck-zuck zwei Hände unter den Füßen oder am Hintern, die mich hoch geschoben haben.
Alles in allem war es ein schönes Event. Es hat mich sehr gefreut, weitere #runhappy-Blogger und Bloggerinen kennen zu lernen. Das Blogger-Treffen war gut geplant und hat mir Lust auf mehr Veranstaltungen dieser Art und in diesem Rahmen geweckt. Der Lauf war witzig, amüsant – ja: spaßig. Körperlich fand ich den Lauf nicht sonderlich herausfordernd, dafür hätte es bestimmt noch einer dritten Runde bedurft ;-) Alleine daran teilzunehmen und den StrongmanRun zu absolvieren kommt für mich nicht in Frage, das halte ich genau so wie MagicMike. Es ist halt doppelt spaßig, wenn man zu mehreren unterwegs ist.
Weiter Bilder, die im Beitrag keinen Platz mehr hatten:






























Das haben die anderen #runhappy Bloggerinnen und Blogger über den Strongmanrun geschrieben:
- Meckys „Wettkampf: Fisherman’s Friend Strongman Run 2015“ in Mecky Caro’s Life
- Alfs „SuperstrongmanRun 2015“ beim marathonmann.de
- Magic Mike’s „Strongmanrun auf dem Nürburgring mit Brooks“ bei mikethemagician.blogspot.de
- „Mein STRONGMANRUN 2015 im RUN HAPPY TEAM“ auf schlechteswettergibtesnicht.com
Schön geschrieben und es deckt sich mit meinen Eindrücken (kein Wunder, da wir ja zusammen gelaufen sind ;)).
Die Bilder sind alle hervorragend, aber spiegeln noch nicht annähernd den Spass wieder, den ich, auch wegen deiner Begleitung, hatte!