Da wollten wir einmal aus dem Kurzurlaub aus München einen Tag früher zurück, als ursprünglich geplant. Für dem Heimweg hatten wir uns ein Bayern-Ticket geholt. Von München aus bis kurz vor zu Hause braucht man nur knapp eine Stunde länger, als mit dem ICE – zahlt aber nur ein Zehntel vom Ticketpreis zu zweit :-)

Leider hatte jemand etwas dagegen und die Bahngleise blockiert. So kam es, dass wir nur bis nach Pfaffenhofen mit der Bahn fahren konnten. Dort war vorerst Endstation. Weiter Richtung Nürnberg ging es nicht, da die Strecke aufgrund von staatsanwaltschaftlicher Untersuchungen gesperrt war. Am Bahnhof vertröstete man uns damit, dass doch bald ein Schienenersatzverkehr eingerichtet würde, der dann bis zum nächsten Bahnhof fahren würde.

In der sengenden Hitze von Pfaffenhofen – es waren draussen etwa 30 Grad – saßen wir dann im Schatten des Buswartehäuschens. Mit uns warteten etwa 50 weitere Zuggäste auf den ominösen Schienenersatzverkehr. Ein paar Reisende hatten die Chance ergriffen, wieder zurück nach München zu fahren, da der Zug mit dem wir ankamen direkt wieder Retour fuhr. Das fand ich ziemlich irrsinning, denn auch von München aus hätten wir wieder die gleiche Strecke fahren müssen, um heimwärts zu kommen. Also übten wir uns in Geduld.

Zwischendrin hatte ich ein oder zwei mal mit dem Gedanken gespielt, mir am Bahnhofskiosk etwas zu trinken zu holen. Das hab ich aber verworfen, nachdem ich mitbekommen hatte, dass der genau auf der anderen Seite des Bahnhofs war und der Fußmarsch dorthin wohl etwas mehr als fünf Minuten beträgt. Und keiner wusste oder konnte sagen, wann die Schienenersatzbusse denn nun kämen.

Regelmässig, etwa alle 20 Minuten, kamen weitere Züge aus Richtung München, die in Pfaffenhofen endeten. So wurde der Pulk wartender Menschen immer größer. Die Durchsagen am Bahnhof spielten weiter ihre Hinhaltetaktik.

Die Busse für den Schienenersatzverkehr sind bereits bestellt. Wir warten noch auf die Bestätigung der Busunternehmen, um ihnen mitteilen zu können, ab wann diese fahren können.

… oder so ähnlich. Nach zwei Stunden war es dann soweit: Da die Busse nicht kamen, entschlossen wir uns, mit dem nächsten Zug nach München zurück zu fahren. Ich hatte gerade noch einmal mit dem Hotel telefoniert – unser Zimmer war noch frei. Und da wir ja sowieso eigentlich bis morgen gebucht hatten, auch kein Problem. Wir sind also in den nächsten Zug gestiegen, aus dem wieder Unwissende ausstiegen um sich zu den Wartenden an der Bushaltestelle zu gesellen.

In München sind wir dann doch noch mal zum Infoschalter gegangen und wollten nun wissen, was jetzt eigentlich ist. Klar, die Bahn kann ja nichts dafür, wenn sich jemand vor den Zug wirft. Für uns war es aber doch ziemlich ungünstig, da dies ja die einzige Strecke war, die wir hätten nehmen können. Und kaum hatte ich meine Frage gestellt, wies mich die freundliche Mitarbeiterin darauf hin, dass die Strecke vor fünf Minuten wieder frei gegeben worden war.

Also erzählte ich ihr, wo wir hin wollten – es war ja bereits 19 Uhr abends und wir konnten nur mit den Regionalzügen fahren. Sie hatte dann eine Verbindung rausgesucht und meinte „Oh, dann müssten Sie ja an einem Bahnhof übernachten.“ Das war natürlich inakzeptabel. Leider konnte sie uns den Fahrpreis für das Bayernticket nicht erstatten. Hat aber drauf gekritzelt, dass wir mit dem ICE bis nach Nürnberg fahren dürften und von dort aus eben weiter mit der Bimmelbahn Richtung Frankfurt mit Umstieg in Würzburg und Aschaffenburg. Nach diesem Fahrplan wären wir um kurz vor Mitternacht erst am Bahnhof gewesen. War natürlich super, dafür dass wir bereits Mittags unser Hotelzimmer verlassen und nach Hause wollten.

Wir sind dann doch wieder ins Hotel zurück und haben uns noch einen gemütlichen Abend in München gemacht. War schon ziemlich ärgerlich, dass wir fast einen halben Tag mit der Bahn unterwegs waren und uns nur knapp 50km vom Ausgangsort entfernt hatten. Ich frage mich noch heute, ob die Schienenersatzverkehrbusse eigentlich jemals eingetroffen sind. Denn die Fahrt von Pfaffenhofen nach München dauert nur etwa 30 Minuten. Und in diesen 30 Minuten wurde ja die Strecke (angeblich) wieder frei gegeben – ich glaube kaum, dass genau in dieser Zeit die Busse kamen.

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